Louis de FunèsEr ist rüstige 79 und immer noch stiller Geschäftsführer seines Unternehmens. Obwohl, statt still könnte ich heimlich nennen. Denn noch immer schleicht er in der Fabrikhalle herum, und findet immer noch Personal, das er aufscheuchen kann.

Manche sagen, er wäre der Louis de Funès der Firma.

Nachdem er schon versucht hatte, auf dem Tisch der seiner Kreissäge, unglücklicherweise abgestelltes Werkzeug wegzuwerfen, leistete er sein Meisterstück erst ziemlich am Ende des Arbeitstages.

Beim Kabel auf Leitungsführungskanal verlegend ergibt sich folgender Dialog:

Er:  „So eine Arbeit kann doch unmöglich 1 Mann machen!“ (Ich gebe zu, die Kabel waren ziemlich schwer; 4×25mm2)
„Warte, ich hole eine Schraubzwinge!“

I: „?! – Nein, danke. Nicht nötig das geht schon so.“

Aber zu spät, er war schon weg. Bis er wieder da war, hatte ich bereits die zweite Leiter erklommen, die bisher nur zur Kabelführung (=Zugentlastung) diente. Kaum angekommen, schwingt er sich auf die sowieso nicht richtig fest-stehende Leiter mit seiner Schraubzwinge.
Er: „Da – nehm’.
I: „Aber ich habe doch Kabelbinder?“
Er: „Ach so…“ (und steigt die Leiter wieder herunter, da passiert aber was unvorhergesehenes: Er bemerkt, dass die Leiter nicht so richtig fest steht.
Halt dich mal oben fest
I: „WTF ?!“ (natürlich denkend, nicht ausgesprochen)
Kaum fertiggedacht, wackelte und bebte schon die Leiter. Ich oben drauf in ca. 2,5m Höhe. Neben mir Maschinen. Ich hatte Angst um meinen Feierabend. Werde ich gleich in´s Krankenhaus kommen? Oder macht er erst meine Arbeit fertig, bevor er einen Krankenwagen holt?
Er: „So. Jetzt steht die Leiter schon besser.
Puh – geschafft (hoffentlich geht er jetzt anderen Tätigkeiten nach) – aber falsch. Er setzte nochmal zu einem letzten Fixieren an („Halt dich mal oben fest„) und dann war er weg – so schnell und leise, wie er gekommen war.

Ich vermute, er arbeitet nach meinem Beenden der Arbeit noch weiter und testet die Arbeiten auf Funktion und Haptik…